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A new man at Museion

Er kommt aus Holland, ist 46 Jahre alt und unglaublich charmant – Bart van der Heide, der ehemalige Chefkurator am Stedelijk Museum Amsterdam und einstige Direktor des Kunstvereines München, ist zwar erst seit wenigen Monaten der neue Leiter des Museion in Bozen, und doch hat er dank seiner Vision und freundlichen Art bereits alle für sich gewonnen.

„Es gibt viele theoretische Ansätze, Kunst zu definieren. Für mich hat sie eine besondere Bedeutung, sie hat mein Leben geprägt und verändert“, erzählt van der Heide und geht näher darauf ein, wie seine Faszination für zeitgenössische Kunst entstanden ist. „Früher wollte ich Freskenrestaurator werden und habe sogar eine Ausbildung dazu angefangen, bis mir eine Ausstellung im Stedelijk Museum die Augen öffnete. Die Werke schienen mir etwas über mein Leben zu erzählen und ich begann mich zu fragen, was ich mit mir anfangen sollte. Ab diesem Zeitpunkt stand für mich fest, dass ich mich der zeitgenössischen Kunst verschreiben wollte. Es war genau das, was mich an Kunst so faszinierte – ihre Fähigkeit, ein reales Abbild der Gegenwart zu kreieren.“

„Das Museion muss sich über die regionalen Grenzen positionieren, um zu einem Ort zu werden, der Menschen verbindet.”

Wie van der Heide seine bisher gesammelten Erfahrungen in seine neue Rolle als Leiter des sogenannten „Kubus in der Dantestraße“ miteinfließen lassen will, dazu hat er klare Vorstellungen: „Ich möchte Kollektivausstellungen organisieren, welche die Menschen bewegen, und das Museum stärker in das Leben hier integrieren. Wir haben ein internationales Programm, das es nun gilt, über die regionalen Grenzen sichtbarer zu machen, um Menschen zu verbinden und ihnen das Gefühl zu geben, zu Hause zu sein.“

In den fünf Jahren, die er in München verbrachte, war er bereits mehrmals im Museion und hat sich von Südtirol ein klares Bild gemacht: „Südtirol ist ein Ort des Austauschs, auch auf kommerzieller Ebene, und des Verschmelzens mehrerer geographischer Gebiete. Es erinnert mich ein wenig an Amsterdam. Auch dort ist die Gesellschaft von einem Mix aus verschiedenen Nationalitäten geprägt.“

Eine weitere Herzensangelegenheit des neuen Museumsdirektors ist die Realisierung der Kulturveranstaltungen, die für den kommenden Winter im Museion vorgesehen sind. „Auf dem Programm für die nächsten Monate stehen zwei interessante Ausstellungen. Die erste trägt den Titel “Walking. Movements North of Bolzano“ und besteht aus der Privatsammlung des norwegischen Abenteurers und Kunstliebhabers Erling Kagge, welche Malereien, Skulpturen und Fotoarbeiten zeitgenössischer Künstler umfasst. Daraus ergibt sich eine virtuelle Reise von Norwegen nach Bozen. Die zweite Ausstellung ist “Space Junk“ der Meranerin Sonia Leimer. Bei ihren Werken konzentriert sie sich auf Aspekte, die uns normalerweise nicht weiter auffallen wie die Auswirkungen der Raumfahrt oder des Zigarettenrauchs auf die Umwelt”, verrät er uns.

Aber die Grundlage einer jeden gelungenen Organisation ist und bleibt Teamarbeit, auch für van der Heide der Schlüssel zum Erfolg: „Ich freue mich sehr, zusammen mit dem gesamten Team zur Identität eines so jungen Museums beitragen zu können. Jeder Einzelne will wachsen, sich weiterentwickeln, und das spiegelt sich natürlich auch im Arbeitsklima wider.“

Great White Fear 3, ein Werk der Künstlerin Jana Euler aus der Sammlung Kagge.

Seine Freizeit verbringt der neue Direktor des Museion seine Freizeit am liebsten in den Bergen. Darüber hinaus bestaunt er gerne die architektonischen Werke des Südtirolers Othmar Barth und verkostet die kulinarischen Kreationen des Sternekochs Norbert Niederkofler. Eines muss man ihm lassen: Der Mann hat Geschmack!