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Killerpflanzen: gefährlich schön

Karin Kompatscher – Kuratorin der Ausstellung

Die grünen Fleischfresser: Sonderausstellung vom 1. April bis 15. November mit lebenden Pflanzen, interaktiven Modellen und eigens konzipierten Führungen.

Sie verlocken, verführen, täuschen und gelten gemeinhin als gefährlich schön: fleischfressende Pflanzen. Die bizarren Lebenskünstler sind weltweit verbreitet, doch nur wenige wissen, dass es auch in Südtirol raffinierte Fallensteller gibt. Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff in Meran widmen sich der Thematik mit einer Sonderausstellung unter dem Titel „Killerpflanzen – Die grünen Fleischfresser“.

Warum fressen Pflanzen Fleisch?
Kompatscher: Not macht erfinderisch. Fleischfressende Pflanzen leben auf extrem nährstoffarmen Böden – in Sumpfgebieten, Mooren, ausgelaugten tropischen Waldböden oder in Baumgabeln. Das bedeutet: wenig Mineralstoffe, wenig Dünger. Deshalb fangen fleischfressende Pflanzen verschiedene Insekten.

Wie fangen sie ihre Beute?
Zum Locken, Fangen und Verdauen haben fleischfressende Pflanzen die unterschiedlichsten Tricks entwickelt. Die Fangvorrichtungen bestehen in der Regel aus umgebildeten Blättern. Aktive Fallen führen eine Fangbewegung durch, passive bewegen sich nicht. Man unterscheidet zwischen Klebefallen, Gleitfallen, Klappfallen, Saugfallen und Reusenfallen.

Wo wachsen fleischfressende Pflanzen?
Bis auf Wüsten und den hohen Norden sind fleischfressende Pflanzen weltweit verbreitet. Auch in Südtirol gibt es fleischfressende Pflanzen: Die Drosera, die in Sümpfen wächst, die Pinguicula, die auf feuchten Böden, Mooren oder Kalkfelsen wächst, und die Utricularia, von der eine Art leider vom Aussterben bedroht ist.

Was macht Ihrer Meinung nach den Reiz fleischfressender Pflanzen aus?
Ihre Schönheit und List. Fleischfressende Pflanzen müssen sich für ihre Opfer attraktiv machen, betörend duften und gute Nahrung bieten. Ähnlich wie Blüten ihre Bestäuber anlocken, betören und belohnen fleischfressende Pflanzen ihre Beute mit der letzten Mahlzeit. Ihre Schönheit wird jedoch zur tödlichen Falle.

Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff

  • 12 Hektar
  • 80 Gartenlandschaften
  • 4 Gartenwelten
    –  Waldgärten
    –  Sonnengärten
    –  Wasser- und Terrassengärten
    – Landschaften Südtirols
  • 7 km Wegenetz
  • 10 Künstlerpavillons
  • 10 Erlebnisstationen
  • Schloss Trauttmansdorff, ehemalige Sommerresidenz der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn: heute Südtirols Landesmuseum für Tourismus